Dienstag, 21. Mai 2013

Mann und Kühlschrank

Aufgabe:
 Schicke ein beliebiges männliches Familienmitglied zum Kühlschrank, um, sagen wir, ein Gläschen Sardellen zu holen. Was wird geschehen?
a) Das Versuchsobjekt geht zum Kühlschrank, findet die Sardellen und bringt sie sofort.
b)  -"- geht zum Kühlschrank, findet die Sardellen, beschließt, dass ein kleiner Snack+ein Glas Milch angebracht wären und kommt nach 15 min ohne Sardellen, aber satt und zufrieden wieder zurück.
c)  -"- geht zum Kühlschrank, starrt ca. 5min hinein, schreit: "Wo sollen die Sardellen denn sein?" und kommt nach genauesten Ortsangaben ("2. Fach von oben, ganz links hinter den eingelegten Paradeisern und der Currypaste") kopfschüttelnd zurück("Woooo?")
d)  -"- öffnet den Kühlschrank, beschließt, dass dieser wieder einmal ausgeräumt und geputzt gehört und macht genau das. Findet dabei die Sardellen und bringt sie sogar.

Welche der vier angebotenen Möglichkeiten hältst du für
+möglich
+wahrscheinlich
+ein Wunder?

Es ist ein anscheinend bereits (pseudo?)wissenschaftlich erforschtes Phänomen, dass Männer Schwierigkeiten haben, in Kästen, Schubladen oder anderen klein strukturierten, begrenzten Räumen bestimmte Objekte zu finden. Es erstaunt mich immer wieder, wie man einen Schraubenzieher, der deutlich sichtbar neben anderen Werkzeugen in einer Schublade liegt (neben sehr vielen anderen Objekten, das schon..), NICHT sehen kann.
Ein Kühlschrank ist ein sehr beschränkter Raum. Und er erschwert die männliche Suche nach BESTIMMTEN Objekten noch zusätzlich dadurch, dass er mit einer Fülle von begehrenswerten Ablenkungen die männliche Aufmerksamkeit torpediert. Da schaltet das männliche Gehirn ganz schnell auf den urzeitlichen Jägermodus (der ja angeblich auch dafür verantwortlich ist, dass Mann eher großräumig orientiert ist) und lässt - ob im übertragenen Sinn oder buchstäblich - nach der Beute schnappen.

Was Männer im Kühlschrank relativ problemlos finden: Milch. Sie hat einen eigens dafür vorgesehenen, gut zugänglichen, deutlich sichtbaren Platz. Nach den ersten drei Suchaktionen sollte die Auffindung kein Problem mehr darstellen.
Alles andere: Nicht aufgeben. Geduld und Ausdauer sind gefragt. Und: Hoffe auf ein Wunder! Es sollen schon welche geschehen sein.



Donnerstag, 25. April 2013

Mann und Haar

Seit der Erfindung des metrosexuellen Mannes und der in Folge sprunghaft angestiegenen Anzahl an Pflegeprodukten für Haut und Haar desselben ist wohl jederfrau klar, dass sich männliche Mitbewohner mit einer Hingabe der Pflege ihrer Behaarung (sei sie auf Körper oder Haupt angesiedelt) widmen, die der weiblichen in nichts nachsteht. Ich musste mir das spätestens zu dem Zeitpunkt eingestehen, als ich erkannte, dass meine Söhne
1. ihr Haar länger tragen als ich selbst;
2. wesentlich mehr Haarpflegeprodukte als ich besitzen;
3. morgens im Bad zeitintensive Prozeduren vollziehen (ich sage nur: Glätteisen!), die einzig und allein der perfekten Frisur geweiht sind und das Bad zur gasmaskenpflichtigen Zone machen.

Der Übergang vom kindlichen Superkurzhaarschnitt Marke "praktisch, pflegeleicht und bei Lausbefall unbezahlbar" zum kunstvoll gefärbten, gegelten, gesprayten,  Haarstyling kann sich offenbar innerhalb von Stunden vollziehen. Seid bereit! Und sorgt für ausreichend Platz im Bad...die morgendliche Kampfzone sollte durch genaue Absteckung des Terrains der beteiligten Parteien in ihrem fragilen Gleichgewicht gehalten werden...

 Dürfen Mütter ihren Kindern die Haare schneiden? Oder verpassen wir den Ärmsten  ein lebenslanges Trauma, hervorgerufen durch die heiteren Reaktionen von Mitschülern? Zu meiner Volksschulzeit kamen einige Kinder noch mit dem klassischen Topfschnitt in die Schule - ich glaube, heute würde dieser Haarschnitt bereits als Körperverletzung durchgehen... die allgemeine Qualität des Bürstenschnitts hat sich dagegen durch die weite Verbreitung der Haarschneidemaschine derartig verbessert, dass eigentlich nichts mehr gegen einen "Friseuse Mama" spricht. Vorausgesetzt, diese bringt zumindest rudimentäres handwerkliches Geschick mit in die Firma!
Ich kann jedenfalls nur zur Anschaffung eines guten Gerätes raten, zusätzlich zu einer Effilierschere (wirkt Wunder bei missglückten Stellen!) und zu einem professionellen Friseurumhang - außer ihr schafft es, einem herumzappelnden, sich ständig kratzenden Kind etwas annähernd Frisurähnliches zu verpassen. Gibt´s alles in den Läden für Friseurausstattung oder im Internet. Mit ein bisschen Übung gelingen dann auch modischere Varianten, versprochen!
Und zur besseren Motivation kann man ja für jeden gesparten Friseurbesuch ein paar Euro in eine Sparbüchse stecken...ergibt nach einem Jahr auch eine nette Überraschung!



Montag, 22. April 2013

Der männliche Kleiderschrank 2

Neben der sichtbaren Oberbekleidung führt die männliche Unterwäsche ein unscheinbares Dasein. Denkt sich die Frau, unauslöschliche Bilder von weißem Feinripp (mit Bein? Oder ohne?) im Kopf. Nun, die männliche Jugend trägt Feinripp höchstens als sexy Oberteil (bevorzugt an kalten Tagen, verstehe das, wer wolle); was sich unter tiefsitzenden Jeans so verbirgt, kann an Vielfalt und Farbenfrohheit mit jeder weiblichen Dessouslade mithalten.
Wobei die Grundform "mit Bein" eindeutig das Rennen gemacht hat, vielleicht, weil findige Marketingstrategen die Eingebung hatten, sie "Panty" zu nennen - das klingt irgendwie knackig und ruft die Erinnerung an überlebensgroße Calvin Klein-Models an Hauswänden im weiblichen Gehirn hervor (und, so scheint es, auch im männlichen!).
An Farbigkeit hat die(der?das?) männliche panty seit den 80ern allerdings kräftig zugelegt...Regenbogenstreifen, bunter Gummibund, allover-Druck: Alles zu haben. Und alles zu sehen, der Tiefbundhose sei Dank. Es entspricht wohl männlicher Logik, dass es nur dann Sinn macht, eine Aufsehen erregende Unterhose zu tragen, wenn man diese auch wirklich sehen kann. Während die Verführung reizender weiblicher Wäsche ja gerade darin besteht, dass sie verborgen bleibt und nur dem  Auserwählten offenbart wird (und die Trägerin im Wissen darum auch ihre Macht vermehrt), scheint männliche Underwear so gradeheraus zu funktionieren wie..äh...andere männliche Attribute. Direkt, ohne Umwege. Oder interpretiere ich da zuviel hinein, und denkt mann sich einfach: Wozu Geld für ein Kleidungsstück ausgeben, das keiner sehen kann? Also - Hose auf die Hüfte! Oder: Feinripp, den ohnehin keiner sehen will, und Hose rauf zum Bund!
Ein weiterer Aspekt des männlichen Kleiderschrankes: Sein Sockenvorrat. Ich behaupte: Zu viele Socken im männlichen Haushalt gibt es nicht. Bei 5 Männern im Haus und 7 Wochentagen fallen wöchentlich 35 Paar Socken an; bedenkt man den ständigen Schwund (faustgroße Löcher, rätselhaftes Verschwinden, mumifizierte Exemplare unter Betten und hinter Kästen), sollte frau daher mindestens 100 Paare in Reserve halten...oder verschieden bestrumpfte männliche Beine in Kauf nehmen...
Ehrlich: Das geheime Leben der einzelnen Männersocke wäre eine eingehende Untersuchung wert. Übernatürliche Phänomene wurden schon in unscheinbareren Dingen entdeckt!


Der männliche Kleiderschrank

Was bisher über die Beziehung Mann/Schuh hier geschrieben wurde, kann bedingt auch für alles andere stehen, das ein männliches Wesen am Leibe trägt. Wobei ich das entspannte Verhältnis meiner Männer zu ihrem Erscheinungsbild im Allgemeinen und zu ihrer Garderobe im Besonderen eindeutig unter die Pluspunkte meines mütterlichen Daseins zählen würde. Nervenaufreibende Besuche im Shopping-Center (oder eher: in vier verschiedenen): Fehlanzeige. Ein Ball steht vor der Tür, der Nachwuchs braucht Kleidung außerhalb des Jeans+T-Shirts-Bereiches: Man gehe in ein Geschäft (sorry, das heißt ja jetzt store!) mit Männerabteilung, wähle zwischen den aufregenden Anzugvarianten schwarz/grau/gestreift, nehme schließlich die einzige, die an den Schultern gut passt, dazu zwei gleiche Hemden und eine Krawatte, fertig. Die Schuhe, siehe letzter blog, sind ja bereits vorhanden und womöglich vom Bruder schon eingetragen.
Eigene Kaufentscheidungen, was das Outfit betrifft, wurden bei uns erst spät getroffen, etwa ab dem 14. Lebensjahr; wenn ich bedenke, welch leidvolle Erfahrungen Mädchenmütter bei Elternabenden stets auszutauschen haben, kann ich meinem Nachwuchs dafür dankbar einen Einkaufsgutschein spendieren. Bis dahin war es nämlich genehm, einfach das anzuziehen, was im Kasten ganz oben lag, oder was ich (im Falle von Feiertagen, Kirchenbesuchen, Vorspielabenden etc.) herausgelegt hatte.
Dasselbe wiederholt sich gerade bei unseren jüngeren Söhnen, es dürfte sich also nicht um Einzelfälle handeln. Wobei das Vorbild eines modebewussten Vaters, der den Besuch von Kleidergeschäften
 (t´schuldigung, STORES!) durchaus genießt, schlussendlich doch seine langsame Sickerwirkung entfaltet haben dürfte...jetzt sind die "Großen" recht modebewusst, jeder auf seine Art, aber auf eine stressfreie Art. Ich würde es nicht mehr wagen, für sie etwas einzukaufen...
Die Anzahl der Sportschuhe verhält sich zur Bestückung an Hightechsportkleidung auf jeden Fall direkt proportional. "Schwitzleiberl" kann mann offensichtlich nie genug haben, desgleichen Fan-Tshirts verschiedenster Fußballvereine. Spanien, Barcelona und Red Bull Salzburg: Sie leben mit uns!